Die Wahl des Verfahrens der Brustrekonstruktion hängt wesentlich von den Bedingungen ab, die nach der Tumorentfernung bzw. Brustamputation vorgefunden werden.
Einen Einfluss haben z.B. die Menge und Qualität der verbliebenen Haut und des Weichteilgewebes, die Größe der gesunden Brust, der Körpertyp aber auch der allgemeine Gesundheitszustand.
Bei der Wiederherstellung mit Eigengewebe kann man Gewebe vom Rücken oder Bauch verwenden.
Beim Wiederaufbau mit einem Implantat ist meist eine Vordehnung (Expansion) notwendig.
Auch eine Kombination also Eigengewebe mit Implantat ist in bestimmten Fällen angezeigt.
Die Wiederherstellung mit Implantaten sollte nur dann durchgeführt werden, wenn keine postoperative Strahlentherapie geplant ist.
Im Rahmen der sekundären Brustrekonstruktion (also zu einem späteren Zeitpunkt) kommt selten die reine Einlage eines Implantates in Frage, wenn, dann wird meist eine Expanderprothese gewählt.
Häufiger wird eine Eigengewebsrekonstruktion (ev. mit Implantat durchgeführt).
Eigengewebsrekonstruktionen sind meist gewebsgestielte ortsständige Lappenplastiken, z.B. Gewebe vom Rücken (grosser Rückenmuskel: Musculus Latissimus dorsi) oder Gewebe vom Unterbauch (TRAM oder DIEP Lappen: Muskel–Unterhaut–Lappen).
Diese Verfahren sind relativ sicher und einfach durchzuführen.
Beim Gewebe vom Rücken muss aber häufig zusätzlich eine Prothese verwendet werden, um ein ausreichendes Volumen zu erhalten.
Der TRAM kann ausreichen, um auch mittlere bis große Brüste wieder herzustellen, der wesentliche Nachteil besteht aber in der Schwächung der Bauchwand durch die Entnahme des Gewebes und der gelegentlich schlechten Durchblutung mit Heilungsstörungen.
In einem späteren Eingriff wird die Wiederherstellung der Brustwarze und des Warzenhofes durchgeführt.
Der Warzenhof kann aus Eigengewebe (Haut aus der Schrittregion) oder mittels Tätowierung nachgebildet werden.
Die neue Brustwarze wird aus ortsständigem Gewebe geformt.
Eine Rekonstruktion der Brust ist auch nach Wochen, Monaten oder Jahren nach der Brustamputation und ohne Verschlechterung des kosmetischen Ergebnisses im Vergleich zur Sofortrekonstruktion möglich.
Diese wird überwiegend dann durchgeführt, wenn die Patientin nicht rechtzeitig über die Möglichkeit der Rekonstruktion informiert wurde oder sich zum Zeitpunkt der Brustamputation noch nicht für eine Wiederherstellung entscheiden konnte.
Die Eingriffe werden in Narkose durchgeführt, der stationäre Aufenthalt beträgt 2 bis 7 Tage.
Vorhandene Narben werden ausgenutzt und die Wiederherstellung erfolgt mit den o.g. Methoden.
Im Bereich der Muskel Entnahmestelle am Rücken resultiert eine meist quere Narbe, die unter dem BH gut versteckt werden kann.
Bei Unterbauch Lappen kommt es zu einer queren Narbe oberhalb der Schamhaargrenze (analog zur Bauchdeckenstraffung).
Für einen Zeitraum von ca. 14 Tagen vor der Operation sollten Sie auf Medikamente verzichten, die Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin, ASS, etc.), da durch diese die Blutgerinnung beeinträchtigt wird.
Des Weiteren sollten Sie auch Alkohol, Zigaretten und Schlafmittel weitgehend vermeiden.
Nikotin kann die Durchblutung von Organen vermindern und die Wundheilung verzögern.
Verzichten Sie deshalb zwei Wochen vor der Operation und in der Wundheilphase auf Nikotin.
- Nahtentfernung entfällt meist bei selbstauflösendem Nahtmaterial.
- Nach der Operation muss für mindestens 6 Wochen ein metallfreier Sport BH Nacht und Tag getragen werden.
- Sie können für mindestens 4 Wochen keine schweren Arbeiten mit den Armen durchführen.
- Thromboseprophylaxe für 14 Tage
Eventuelle Schwellungen und Verfärbungen durch Blutergüsse im OP Bereich klingen nach etwa drei Wochen ab.
Ein Taubheitsgefühl wird nicht selten im Bereich der Brustwarze verspürt, geht jedoch ebenfalls in der Regel zurück.
Bei Verwendung von Prothesen können Kapselverhärtungen auftreten.
Ein Taubheitsgefühl wird nicht selten im Bereich der Operation verspürt, geht jedoch ebenfalls in der Regel zurück.
Wundwasser kann aufgestaut werden und zu Schwellungen führen. Sie wird schmerzfrei durch eine Punktion entfernt.
- OP–Dauer: 2 bis 4 Stunden
- Narkose: Vollnarkose
- Klinikaufenthalt: 3 bis 5 Nächte
- Tragen eines metallfreien Sport BHs für 6 Wochen
- Keine schweren Arbeiten mit dem Oberkörper sowie Überkopfarbeit für 6 Wochen
- Sport: nach 4 bis 6 Wochen
- Gesellschaftsfähig: nach 1–2 Wochen
- Arbeitsunfähigkeit: 2–4 Wochen








