Seit erstmals 1939 über die Möglichkeiten der Haarverpflanzung berichtet wurde, sind viele Techniken entwickelt worden.
Letztendlich hat sich vor allem die Micrograft Methode (1 bis 2 Haare) als jene Technik herausgestellt, welche nicht nur die besten Ergebnisse erzielt sondern auch langfristig zufrieden stellende Resultate liefert.
Da Haare im Bereich des Haarkranzes anders auf Hormone (z. B. Testosteron) reagieren, können die Haare von dort "umverteilt" werden.
Die neu eingesetzten Haare behalten ihre Eigenschaft und wachsen ihr Leben an der neu implantierten Stelle.
Um eine Optimierung des Ergebnisses zu erreichen kann in einer 2. oder 3. Sitzung der transplantierte Bereich nochmals verdichtet werden.
Der Abstand zwischen den einzelnen Eingriffen sollte mindestens 6 Monate betragen.
Ambulant und in örtlicher Betäubung mit Dämmerschlaf.
Dort, wo die Haare am Haarkranz entnommen werden, erfolgt der Wundverschluss mit einer feinen Hautnaht.
Seine Größe entspricht in etwa dem Bedarf an Transplantaten für die Empfängerfläche.
Anschließend erfolgt das Splitting der Haare.
Unter dem Mikroskop werden Micrografts mit 1 oder 2 Haaren hergestellt.
Diese einzelnen Haartransplantate werden nun im Bereich der kahlen Stellen neu eingepflanzt.
Dies erfolgt mit einem sehr feinen Skalpell.
Dank der ausgezeichneten Durchblutung der Kopfhaut heilen die transplantierten Haare komplikationslos in die Kopfhaut ein und sind bereits nach wenigen Tagen fest verankert.
Sowohl die Anordnung der einzelnen Grafts als auch die Richtung, in die die Haare letztendlich wachsen, bestimmen ganz wesentlich das spätere Endresultat.
Dabei sind sowohl Erfahrung als auch Kreativität des Operateurs von entscheidender Bedeutung.
Das Ziel ist in jedem Fall ein natürlich wirkendes Ergebnis.
Wichtig zu wissen ist, dass das Haarwachstum erst nach 3 Monaten beginnt, da sich die verpflanzten Haarwurzeln erst in der neuen Umgebung regenerieren müssen.
Vor der Operation wird die spezielle Haarsituation des Patienten, sowie die Qualität des Spenderbereiches beurteilt.
Dabei müssen krankhafte Glatzenbildungen vor einer Operation ausgeschlossen werden (z.B. Alopezia areata).
Gewisse Zurückhaltung ist allerdings bei jungen Patienten unter 24 Lebensjahren angezeigt, da bei diesen der Prozess des Haarausfalls recht schnell fortschreiten kann.
Dies macht sowohl die Bestimmung der Anzahl benötigter Grafts als auch die Planung der total notwendigen Operationen schwierig.
Gelegentlich sind ebenfalls Frauen vom androgenethischen Haarausfall betroffen.
Auch hier kann in der Regel eine Eigenhaartransplantation erwogen werden.
Allerdings sollte vorgängig eine ärztliche Abklärung erfolgen, um eine zugrunde liegende hormonelle Störung auszuschließen.
Für einen Zeitraum von ca. 14 Tagen vor der Operation sollten Sie auf Medikamente verzichten, die Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin, ASS, etc.), da durch diese die Blutgerinnung beeinträchtigt wird.
Des Weiteren sollten Sie auch Alkohol, Zigaretten und Schlafmittel weitgehend vermeiden.
Nikotin kann die Durchblutung von Organen vermindern und die Wundheilung verzögern.
Verzichten Sie deshalb zwei Wochen vor der Operation und in der Wundheilphase auf Nikotin.
- Nach dem Eingriff ist körperliche Schonung nur für 3 Tage erforderlich.
- Tägliches Haare waschen ist ab dem 3. Tag nach der Operation.
- Leichter Sport nach einer Woche, Leistungssport nach 2 Wochen erlaubt. Sonne, Sauna für 4 Wochen meiden.
- Taubheitsgefühl im Wundbereich ist möglich, die normale Kopfhautsensibilität kehrt nach 2–4 Wochen zurück
Sind nur vorübergehend in Form von lässtigen Krusten und eventuell persistierenden Schwellung.
- OP–Dauer: 2 bis 6 Stunden
- Ambulante Operation in örtlicher Betäubung und Dämmerschlaf
- Ergebnis: erst nach frühestens drei Monaten erkennbar
- Sport: nach 3 bis 4 Wochen
- Gesellschaftsfähig: nach etwa 2 Wochen
- Arbeitsunfähigkeit: nein


