Dr. Shirin Milani
Volle Lippen, knackiger Po, makellose Haut: Nicht jeder ist mit perfektem Aussehen gesegnet. Wien live ergründet gängige Schönheitsideale und fragt nach Möglichkeiten, diesen durch plastische Chirugie näher zu kommen
von Lisa Joham
Spieglein, Spieglein an der Wand. Wer ist die Schönste im ganzen Land? Ist es die langbeinige, schlanke Barbie oder doch die vollbusige, breithüftige Venus von Willendorf?
Die Antwort geben Modeindustrie, Medien und Werbung – sie bestimmen heute das weibliche Schönheitsideal. War es 25.000 Jahre vor Christus noch die Venus von Willendorf, so ist das heutige Vorbild langbeinig, vollbusig und schlank. Neu ist die Beschäftigung mit der Schönheit nicht – bereits im alten Ägypten und Griechenland machte man sich Gedanken über das Schönheitsideal.
Körperpflege und Kosmetik waren eine Angelegenheit von Männern und Frauen. Es galt keineswegs als unmännlich, sich schön zu machen und auf sein Äußeres zu achten.
Ein Ideal war und ist eine bestimmte Vorstellung von Schönheit innerhalb einer Kultur, das in der heutigen Zeit von externen Faktoren wie eben der Werbung und den Medien stark beeinflusst wird. Später, als man annehmen würde, nämlich in den 1960er Jahren, entwickelte sich die sogenannte Attraktivitätsforschung, die sich mit der systematischen Erforschung der menschlichen Schönheit auseinandersetzt. Durch die Methode des Morphing, dem Übereinanderlagern von Bildern, versucht man, die Merkmale von Schönheit zu finden und zu definieren.
Sind sie natürlich nicht vorhanden, wird nachgeholfen – auf chirugischem Weg.
Die erste Brustvergrößerung wurde 1963 durchgeführt, im Jahre 1975 fand die erste Fettabsaugung statt. Damit begann der Siegeszug der plastischen Chirugie.
Seit dieser Zeit nimmt die Zahl der in Österreich durchgeführten „Schönheitsoperationen“ stetig zu. Rund 40.000 Österreicher – davon 90 Prozent Frauen – legen sich pro Jahr unter das Messer eines Schönheitschirugen.
Verwunderlich ist das kaum, sieht man sich eine kürzlich durchgeführte Umfrage (MindTake New Media Research) genauer an. Diese belegt, dass jeder zweite Österreicher mit seinem Aussehen unzufrieden ist, mancher lässt dann eben chirurgisch nachhelfen.
Zu den häufigsten Eingriffen zählen Fettabsaugungen, Brustvergrößerungen, Face-Liftings, Augenlid- und Nasenkorrekturen – kleinere Eingriffe wie Botox-Unterspritzungen oder Fruchtsäure-Peelings sind um mehr als 150% angestiegen und zählen schon seit längerem zu üblichen Maßnahmen im Kampf gegen Falten.
Während in Österreich mit dem Thema Schönheitschirurgie noch ein wenig verschämter umgegangen wird, ist es in den USA gang und gäbe, sich hier und dort verschönern zu lassen.
Wenn es sein muss, auch zugunsten eines Jobs. So wirbt beispielsweise ein NewYorker plastischer Chirurg mit sogenannten „Job Fighter Packages“: Größerer Busen, bessere Jobchancen.
Shirin Milani, Fachärztin für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirugie ist sich sicher, dass das Thema Schönheitschirugie auch hierzulande „salonfähig“ werden wird.
„Genauso, wie man zur Maniküre oder zur Kosmetik geht, wird man auch vermehrt zum plastischen Chirurgen gehen“.
Die attraktive Ärztin und ihr Lebensgefährte Veith Moser waren vier Jahre lang an der Universitätsklinik in Zürich beschäftigt, um dort die Plastische und Ästhetische Chirurgie auszubauen und zu etablieren, ehe sie wieder nach Wien zurückkehrten, und erst kürzlich ihre Ordination im achten Bezirk eröffneten.
Individuelle Beratung sowie intensive Betreuung vor und nach dem Eingriff – auch wenn es sich „nur“ um Botox-Spritzen handelt – seien das Um und Auf, sind sich die beiden Ärzte sicher.
Dass Schönheits- OPs auch nichts mit dem Alter zu tun haben, beweist eine durchgeführte Brustverkleinerung bei einer 86-jährigen Frau, die sich mehr Lebensqualität wünschte.
„Es dauert oft sehr lange, bis Patienten den Entschluss fassen und zu uns kommen. Nach der Operation sind diese Menschen wie ausgewechselt, sie strahlen, haben Lebensfreude und Selbstbewusstsein gewonnen“, so Veith Moser über die Erfolgsmomente seiner Arbeit.


